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Erma Bossi

Pola bei Triest 1882 -
Mailand 1952


Erma Bossi, die wichtige, aber erst in jüngerer Zeit wiederentdeckte Malerin der Moderne, wird 1875 im kroatischen Pula geboren. Sie wächst in Triest auf und übersiedelt später, vielleicht schon 1904, nach München. Möglicherweise nimmt sie hier Unterricht in der "Damenakademie des Künstlerinnenvereins".
In München schließt Erma Bossi rasch Freundschaften mit jenen Avantgardisten, die sich später zum "Blauen Reiter" formieren sollen. Die diesbezüglich richtungsweisenden Sommerwochen des Jahres 1908 verbringt Erma Bossi zusammen mit den Freunden Gabriele Münter, Wassily Kandinsky und Marianne Werefkin in Murnau. Aus den Neuerungen dieser Zeit geht 1909 die "Neue Künstlervereinigung München" (NKVM) hervor. Unter den Mitgliedern findet sich auch Erma Bossi. Zwischen 1911 und 1920 nennt sich die Künstlerin Barrera-Bossi, denn sie nimmt den Namen ihres damaligen Partners, des Sängers Carlo Barrera, an. 1911 zieht es Erma Bossi in die Metropole Paris, wo sie weiter künstlerisch tätig ist.
Die Werke der Vorkriegsjahre zeigen Erma Bossi als wichtige Vertreterin der modernen Malerei in innerer und äußerer Nähe zur Avantgarde. Sie präsentiert ihre Malereien auf den wegweisenden Ausstellungen der "NKVM" und befasst sich mit der Kunstauffassung von Wassily Kandinsky und Gabriele Münter. Auch die Ideen der Franzosen wie Matisse, Derain und Seurat gehen nicht spurlos an ihrem Schaffen vorüber. Wie die Genannten ist auch Erma Bossi auf der Suche nach einer Reduktion des Gegenständlichen, nach der reinen Wirkung von Formen und Farben.
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs bedingt, mutmaßlich im Jahr 1914, die Rückkehr von Erma Bossi nach Italien, in das Land ihrer Kindheit. In Mailand wird sie zum festen Teil einer lebendigen Kunstszene und stellt auf zahlreichen großen Schauen aus, in den 1920er Jahren etwa auf den Ausstellungen der Bewegung "Novecento".
Es soll dennoch bis 2013 dauern, bis das Schaffen von Erma Bossi hinreichende Würdigung erfährt. In diesem Jahr präsentiert eine große Werkschau im Schlossmuseum Murnau das Oeuvre der Künstlerin. Heute finden sich die Gemälde von Erma Bossi in so bedeutenden Häusern wie der Kunsthalle Emden, der Münchner Pinakothek der Moderne und der Kunsthalle Bremen.
Im Jahr 1952 stirbt Erma Bossi in einer Pflegeanstalt in der norditalienischen Stadt Cesano Boscone.

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