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Erma Bossi

Pola bei Triest 1882 -
Mailand 1952


Die Künstlerin Erma Bossi wird 1882 oder 1885 in Pola geboren, in der Nähe von Triest. Bossi geht um 1905 nach München und erhält vermutlich an der "Damenakademie des Künstlerinnenvereins" eine Ausbildung. Im Jahr 1909 tritt sie der "Neuen Künstlervereinigung München" (NKVM) bei, einem Forum fortschrittlicher Bestrebungen, aus dem später "Der Blaue Reiter" hervorgegangen ist. Zu dieser Zeit pflegt Erma Bossi auch eine enge freundschaftliche Beziehung zu Kandinsky und seiner Lebensgefährtin Gabriele Münter, die sich in das oberbayerische Murnau am Staffelsee zurückgezogen haben, um dort Landschaftsbilder zu malen.
1910 lebt Erma Bossi in Paris, unternimmt Reisen nach Italien und fährt immer wieder nach München bzw. Murnau. Die Einladungen zu den alljährlich stattfindenden "Salons des Indépendants" und "Salons d'Automne" sowie den Münchner Ausstellungen der "Neuen Künstlervereinigung" bringen die Künstlerin mit der internationalen Avantgarde in Kontakt. In der Zeit des 1. Weltkrieges hält sich Erma Bossi abwechselnd in Mailand und Paris auf. Anfang der 1920er Jahre ist sie bei der Kunstschau der "Münchner Neuen Secession" vertreten. In den Jahren 1926 und 1929 nimmt Erma Bossi an den Mailänder Ausstellungen des "novecento" teil, gefolgt von den Einladungen zur Biennale in Venedig im Jahr 1930 und 1935.
Während Erma Bossis Spätwerk noch einer wissenschaftlichen Aufarbeitung bedarf, sind ihre Arbeiten aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg weitgehend bekannt. Sie schafft Gemälde, die auf ihr großes Vorbild der französischen Moderne verweisen und als Adaptionen eine stete Auseinandersetzung u.a. mit Werken von Seurat, Matisse, Derain und den künstlerischen Neuerungen des Künstlerpaares Kandinsky-Münter belegen. Mit der Vereinfachung der Bildgegenstände zu flächig konturierten Formen und dem Einsatz intensiver, ausdrucksstarker Farben bildet die Künstlerin Erma Bossi eine abstrahierende Formensprache aus. Auch wenn Bossi nicht zur Avantgarde gezählt werden kann, so gilt sie in der Kunstgeschichte doch als eine wichtige Vertreterin der Moderne.
Die biographischen Daten Erma Bossis sind jedoch ungesichert, die Künstlerin verstirbt 1952 oder 1960 in Mailand.

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